Phase 2: Konzepterstellung

Phase 2: Konzepterstellung

In dieser Phase wird aus den Anforderungen (Phase 1) ein technisches Konzept entwickelt. Das Konzept ist die Grundlage für die Systemauswahl und Detailplanung.


Topologie festlegen

Hierarchieebenen definieren

  • Primärverkabelung erforderlich? (Campus mit mehreren Gebäuden)
  • Sekundärverkabelung planen (Standort- zu Etagenverteiler)
  • Tertiärverkabelung dimensionieren (Etagenverteiler zu Arbeitsplatz)

Verteileranzahl ermitteln

  • Anzahl Standortverteiler (SV) festlegen
  • Anzahl Gebäudeverteiler (GV) pro Gebäude festlegen
  • Anzahl Etagenverteiler (EV) pro Etage festlegen (90m-Regel!)

Verkabelungsklasse wählen

  • Verkabelungsklasse basierend auf Anforderungen gewählt
  • Zukunftssicherheit berücksichtigt (mind. 10 Jahre)
AnforderungEmpfohlene KlasseKategorie
Gigabit EthernetKlasse DCat 5e
10 Gigabit EthernetKlasse EACat 6A
25G/40G/100GKlasse I/IIOM4/OS2

Redundanzkonzept erstellen

KonzeptBeschreibungAnwendung
NKeine RedundanzBüro Standard
N+1Eine ErsatzverbindungWichtige Bereiche
2NDoppelte WegeRechenzentrum, kritische Systeme

Verteilerplanung

Standortverteiler (SV) positionieren

  • Zentral im Gebäude/Campus positioniert
  • Zugänglichkeit für Wartung gewährleistet
  • Nähe zu Hauptstromversorgung

Etagenverteiler (EV) positionieren

  • 90m-Regel geprüft: Kein Arbeitsplatz > 90m vom EV entfernt
  • Zentral in der Etage positioniert
  • Raum mit ausreichend Platz (min. 6 m²)

Verteilerraum-Anforderungen

  • Verteilerraumgrößen berechnet
  • Stromversorgung dimensioniert (16A/32A pro Schrank)
  • Klimatisierung geprüft (max. 25°C, 60% Luftfeuchte)
  • Zutrittskontrolle geplant

Anschlusspunkte dimensionieren

Standard-Arbeitsplätze

  • Anschlüsse pro Arbeitsplatz: _____ (min. 2, empf. 3)
  • Anzahl Arbeitsplätze: _____
  • Gesamt Standard-APs: _____

Sonderbereiche dimensionieren

BereichAnzahl RäumeAnschlüsse/RaumGesamt
Konferenzräume___6-12___
Drucker/Kopierer___2___
Server-Raum___nach Bedarf___
Empfang___4___

WLAN-Access-Points

  • AP-Positionen geplant (1 AP pro 100-150 m²)
  • Anzahl APs: _____
  • PoE-Anforderung berücksichtigt

Reservefaktor

  • Reservefaktor eingerechnet: _____ % (Standard: 20-30%)
  • Gesamtzahl Anschlusspunkte: _____

Kabelwege planen

Horizontale Trassenführung

  • Trassenführung pro Etage geplant
  • Trassentyp gewählt (Kabeltrasse, Doppelboden, abgehängte Decke)
  • Trassenquerschnitte berechnet (max. 50% Füllgrad)

Vertikale Trassenführung

  • Steigeschacht-Positionen festgelegt
  • Schachtabmessungen berechnet
  • Brandschutzabschottungen eingeplant

Abstandsregelungen

  • Abstände zu Starkstrom geprüft (min. 100-300 mm)
  • Abstände zu Störquellen geprüft
  • Kreuzungen im 90°-Winkel geplant

Konzept-Validierungs-Checkliste

Vor Freigabe zur Detailplanung (Phase 4) muss das Konzept validiert werden:

Technische Validierung

PrüfpunktErfüllt?Bemerkung
Max. 3 Hierarchieebenen eingehalten
90m-Regel für alle Arbeitsplätze erfülltLängste Strecke: ___ m
Verkabelungsklasse für Anforderungen ausreichendKlasse: ___
Redundanzkonzept definiert (falls erforderlich)Konzept: ___
Medientyp (Kupfer/LWL) passend gewählt
Trassenkapazität ausreichend (inkl. Reserve)Füllgrad: ___ %
Brandschutzkonzept normgerechtCPR-Klasse: ___

Wirtschaftliche Validierung

PrüfpunktErfüllt?Bemerkung
Materialkosten im Budget (Phase 1)Schätzung: ___ EUR
Installationsaufwand realistischSchätzung: ___ Tage
TCO über Lebensdauer berechnetTCO: ___ EUR
Erweiterungsreserve eingeplantReserve: ___ %

Normative Validierung

PrüfpunktErfüllt?Bemerkung
EN 50173-Teile identifiziertTeile: ___
EN 50174-Installationsanforderungen berücksichtigt
Brandschutz gemäß GebäudeklasseGebäudeklasse: ___
EMV-Anforderungen berücksichtigtSchirmung: ___

Stakeholder-Review

PrüfpunktErfüllt?Bemerkung
Konzept mit Auftraggeber abgestimmtDatum: ___
Änderungswünsche dokumentiert
Freigabe für Detailplanung erteiltUnterschrift: ___

Konzept-Dokument

Nach erfolgreicher Validierung erstellen:

Inhalt Konzeptdokument:

  1. Management Summary (1 Seite)
  2. Anforderungen (Zusammenfassung Phase 1)
  3. Topologie-Übersicht mit Diagramm
  4. Verteilerkonzept mit Positionen
  5. Anschlusspunkte-Übersicht
  6. Trassenkonzept mit Grundriss
  7. Redundanzkonzept
  8. Normative Grundlagen
  9. Kostenschätzung (grob)
  10. Freigabe-Unterschriften

Versionierung:

Konzeptdokument_Projekt-XYZ_V1.0_FREIGEGEBEN.pdf

Ergebnis Phase 2

  • Konzeptdokument erstellt und freigegeben
  • Validierungs-Checkliste vollständig ausgefüllt
  • Freigabe für Phase 3 (Systemauswahl) erteilt